„Damit machen Sie sich hier keine Freunde!“ – Aktion zur Tagung der PlanerInnen von Tieranlagen

Tierausbeutungslobbyisten – erste Zweifel an der Berufswahl

Heute Mittag störten acht AktivistInnen des Bündnisses Tierfabriken-Widerstand und der Bürgerinitiative KW stinkt’s die Informationsveranstaltung „Umweltverträgliche Landwirtschaft“ im Holiday Inn Berlin Schönefeld. Diese Tagung informiert TierhaltungsbetreiberInnen über relevante rechtliche Entwicklungen. Die ReferentInnen Dr. Hentschke und Prof. Versteyl1 vertreten als AnwältInnen unter anderem die Interessen von Wiesenhof und Schweinezüchter Straathof. Sie wurden mit Megafonen aufgefordert, das System der Tierausbeutung nicht länger zu unterstützen und sich stattdessen für eine Abschaffung der Nutztierhaltung und den Übergang zu einer ökologischen und pflanzlichen Ernährung einzusetzen.

„Damit machen sie sich hier keine Freunde!“ meinte eine der Teilnehmenden die etwas über effizientere Tierausbeutung und Rechtsverbiegung lernen wollte. Dabei waren die AktivistInnen genau dafür da, um neue FreundInnen zu gewinnen. Die wussten nur nichts davon, aber bekommen hiermit noch einmal ein paar Anregungen für den Freundeskreiswechsel. Bilder der Veranstaltung gibt es leider keine, humorlose Menschen mit ausgestreckten Armen wollten Fotos so energisch verhindern wie Herr Schmidt das Wort „Tofuschnitzel“. Sie schreckten dabei auch nicht davor zurück eine unbeteiligte Fotografin zu verletzen und friedliche AktivistInnen körperlich anzugreifen.

„Umweltverträgliche Landwirtschaft“

Dr. Hentschke und die Organisatorin – das Ingenieurbüro Eckhof2 – sind maßgeblich für den Bau vieler Tierhaltungsanlagen in Brandenburg und anderen Bundesländern verantwortlich. Zum Beispiel für die Kapazitätserhöhungdes Wiesenhof-Schlachthofs in Niederlehme (160.000 Hühner pro Tag) und das Verfahren Haßleben (36.000 Schweine). Frau Prof. Versteyl vertritt Adrianus Straathof in rechtlichen Fragen. Sie unterstützt einen der größten Schweinezüchter Europas, der tierschutzrechtliche Verstöße, Umweltschutzverstöße, Schwarzbauten und Überbelegung der Ställe und die daraus resultierenden staatlichen Sanktionen aus betriebswirtschaftlichem Kalkül bewusst in Kauf nimmt. Alles auf Kosten der Tiere, der Umwelt und der AnwohnerInnen.

Als InteressenvertreterInnen von z. B. Wiesenhof und Straathof unterstützen sie alle die Praxis, Tiere unter grausamen Bedingungen zu halten, sie als bloße Waren zur Profitgenerierung zu nutzen und ihnen massives Leid zuzufügen. Diese Tätigkeit lässt sich aus ethischer und politischer Perspektive nicht rechtfertigen. Hühner sind genauso wie Schweine oder Rinder empfindungsfähige Lebewesen mit komplexen Bedürfnissen, die in der Tierproduktion systematisch verletzt werden. Der Zweck, mit der Produktion von billigem Fleisch Geld zu verdienen, legitimiert diese Schädigung von Tieren nicht.

Ein schmutziges Geschäft

Auch die Informationsveranstaltung in Schönefeld sollte dazu dienen nur einen einzigen Standpunkt zu verbreiten: Weiter so, mit minimalen Verbesserungen für die Tiere – da wo es der Profitmaximierung und dem Ansehen dient – und maximaler Ausnutzung aller gesetzlichen Spielräume.

So bleibt es weiter Normalität, dass bei Genehmigungsverfahren für Tierhaltungen die AnwohnerInnen so lange wie möglich von der AntragstellerIn im Unklaren darüber gelassen werden, was überhaupt vor sich geht – wie zuletzt bei der Schlachthoferweiterung in Niederlehme. Und Anwälte wie Dr. Hentschke verschanzen sich bedingungslos hinter einseitig ausgelegten Paragraphen vor dem wachsenden Widerstand von Menschen die sich um ihre Gesundheit, um die Umwelt und um das Wohlergehen von fühlenden Lebewesen sorgen. Mit dem alleinigen Ziel noch mehr Tiere zu mästen und noch mehr Tiere zu töten.

Dabei ist dies alles nicht nötig!

„Wir fordern Sie auf, bei diesem Treiben nicht mehr mitzumachen. Ziehen Sie die Konsequenzen: Nötig ist eine Abschaffung der Nutztierhaltung und der Übergang zu einer ökologischen und pflanzlichen Ernährung. Sie können Teil des Wandels sein, anstatt am bestehenden Übel festzuhalten“, adressiert Mareike Fuchs, Mitglied von Tierfabriken-Widerstand, die hier anwesenden ReferentInnen. „Und wir unterstützen dabei gerne! Ihr Know-How ist gefragt. Viele Tierhaltungsanlagen wollen noch verhindert werden, da brauchen wir Sie auf unserer Seite!“

3 Gedanken zu “„Damit machen Sie sich hier keine Freunde!“ – Aktion zur Tagung der PlanerInnen von Tieranlagen”

  1. Ich kann nur sagen: macht weiter so!
    Unsere Regierung, egal ob Schmidt oder Vogelsänger unterstützen nicht nur finanziell das Quälen von Lebewesen! Schluss damit!
    Gesetzesänderungen müssen her und hohe Strafen für Tierquäler!

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