Pritzier

In Pritzier im Biosphären-Reservat Flusslandschaft Elbe-Mecklenburg-Vorpommern ist eine Erweiterung der bestehenden Milchkuh-Anlage geplant. Wir rufen zu Protest und Widerstand gegen das Vorhaben auf.

Die „Gut Pritzier Milchproduktion GmbH“ plant in Pritzier (Landkreis Ludwigslust-Parchim) die Erhöhung der Tierplatzahl von bisher 1.164 Tierplätzen auf zukünftig 1.950, für Milchkühe, Jungrinder und Kälber. Das Vorhaben muss nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt werden. Die Antragsunterlagen liegen bis zum 13.02.2019 in Schwerin im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg und im Amt Hagenow zur Einsicht aus. Bis zum 13.03. können Bürger_innen Einwendungen gegen das Vorhaben einreichen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, gegen dieses Vorhaben aktiv zu werden. Durch entschlossenen Widerstand von Anwohnerinnen und Anwohnern sind in den letzten Jahren schon einige neu geplante Tieranlagen verhindert worden. Tieranlagen dieses Ausmaßes bedeuten gigantisches Leid für die betroffenen Tiere. Große Tierfabriken und der anfallende Kot schädigen umliegende Ökosysteme und verschmutzen Grundwasser, Seen und Flüsse. Der Gestank und multiresistente Keime stellen eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar. Nicht zuletzt heizt jede neue Tieranlage das Erdklima weiter an und die Attraktivität des Biosphären-Reservats als Ausflugs- und Urlaubsziel wird stark gefährdet.

Die Tiere produzieren wie alle Säugetiere nur Milch, wenn sie ein Kind auf die Welt bringen. Die Schwangerschaft nach künstlichen Besamung dauert, wie beim Menschen, 9 Monate. Nach der Geburt werden die Kälber innerhalb weniger Stunden von ihren Müttern getrennt. Für Mutter und Kind ist die gewaltsame Trennung dabei zutiefst verstörend. 6 bis 8 Wochen nach der Geburt ihres Kalbes wird die Kuh erneut zwangsbesamt. Meist sind die Tiere in den modernen High-Tech-Ställen wie der Anlage in Pritzier nach maximal 5 Jahren Nutzungsdauer am Ende ihrer Kräfte und es folgt der Weg in den Schlachthof. Die Gewalt, die Tieren im Rahmen der Nutzung als ‚Milchkuh‘ angetan wird, ist immens und nicht zu rechtfertigen

 

Das Satelietenbild verdeutlicht die riesigen Ausmaße, die die Anlage jetzt schon hat.