Leitfaden

Leitfaden

Diese An­lei­tung der Gruppe Mastanlagen Widerstand fasst die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen und Schrit­te zu­sam­men­, um Tier­fa­bri­ken be­reits im Genehmi­gungs­ver­fah­ren zu ver­zö­gern bzw. zu ver­hin­dern.

Wir hof­fen, dass der Text für dich nützliche In­for­ma­tio­nen ent­hält und ste­hen gern für wei­te­re Fra­gen zur Ver­fü­gung – kontakt@tierfabriken-widerstand.org.

Allgemeine Tipps zur Planung einer Kampagne findet ihr außerdem in dieser Broschüre.

Wenn ich weiß, dass sich eine Tier­an­la­ge im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­fin­det, ver­su­che ich mehr dazu her­aus­zu­fin­den. Dazu …

  • schreibe ich eine Mail an kontakt@tierfabriken-widerstand.org, um zu erfahren, ob dort schon nähere Informationen vorliegen.
  • kon­tak­tie­re ich den Sach­be­ar­bei­ter in der zuständigen Behörde und frage ihn nach dem Namen des Bau­her­ren, dem Ort des Bau­plat­zes und, ganz wich­tig, nach dem Stand des Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens. Es ist mög­lich, dass das Amt sich auf Daten­schutz be­zieht und we­ni­ge In­for­ma­tio­nen be­kannt gibt, dann er­ge­ben sich für mich im wei­te­ren Vor­ge­hen ver­schie­de­ne Möglich­kei­ten den­noch an diese In­for­ma­tio­nen zu kom­men.

Um noch mehr de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zu be­kom­men,

  • be­an­tra­ge ich schrift­lich Ak­ten­ein­sicht nach dem Umwelt­in­for­ma­tions­ge­setz (Wir haben dafür Vorlagen). Manchmal be­haup­ten die zu­stän­di­gen Sach­be­ar­bei­terInnen, dass für die Ak­ten­ein­sicht Kos­ten er­ho­ben wer­den müs­sen. Davon lass ich mich aber nicht ab­schre­cken, da laut §12 UIG die Ak­ten­ein­sicht vor Ort und auch das Ab­fo­to­gra­fie­ren der Akte kos­ten­frei ist. Gebüh­ren kön­nen le­dig­lich für die Kos­ten der Zu­sen­dung der Akte er­ho­ben wer­den. Wenn sich das Amt den­noch quer stellt und Kos­ten in Rech­nung stel­len will, habe ich die Mög­lich­keit eine Be­schwer­de ein­zu­rei­chen.
  • Auf der Behördenseite uvp-verbund.de werden einzelne Genehmigungsanträge online verfügbar gemacht. Dies scheint jedoch auf freiwilliger Basis zu geschehen und es sind bei weitem nicht alle Genehmigungsverfahren abgedeckt. Tierhaltungsanlagen findet man unter dem Reiter „Kategorien -> Nahrungs-, Genuss- und Futtermittel, landwirtschaftliche Erzeugnisse“ hier.

Wenn das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren schon wei­ter fort­ge­schrit­ten ist und es sich um den Bau einer Tier­fa­brik mit Öf­fent­lich­keitsbe­tei­li­gung han­delt, dann

  • habe ich auch die Mög­lich­keit den Bau­an­trag wäh­rend der öf­fent­li­chen Aus­la­ge im Rat­haus oder dem Land­rats­amt ein­zu­se­hen und abzufo­to­gra­fie­ren.

Die Ak­ten­ein­sicht nach dem UIG lie­fern aber oft wei­te­re wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen und es lohnt sich daher, diese zu­sätz­lich zu be­an­tra­gen.

Um auch öf­fent­lich­keits­wirk­sa­m gegen die An­la­ge vor­zu­ge­hen,

  • schi­cke ich alle wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen zu der be­tref­fen­den Tier­fa­brik an kontakt@tierfabriken-widerstand.org. Das Ak­ti­ons­bünd­nis wird diese Infos dann auf dem Blog und auch bei Face­book ak­tua­li­sie­ren und kann mich bei mei­nem wei­te­ren Vor­ge­hen un­ter­stüt­zen.

Wenn die Ak­ten­ein­sicht ge­währt wurde

  • ver­ein­ba­re ich mit dem/der zu­stän­di­gen Sach­be­ar­bei­terIn einen Ter­min. Ich nehme mei­nen Per­so­nal­aus­weis, eine Fo­to­ka­me­ra und im bes­ten Fall eine wei­te­re Per­son mit.
  • Ich fo­to­gra­fie­re die Un­ter­la­gen mög­lichst le­ser­lich und no­tie­re zu Hause in aller Ruhe wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen. Um die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen aus den Un­ter­la­gen zu fin­den, ori­en­tie­re ich mich an fol­gen­den Punk­ten bzw. Fra­gen:
  1. Wie weit ist die Ent­fer­nung zur nächs­ten Sied­lung?
  2. Sind in der Nähe be­find­li­che FFH-​Ge­biet, Wäl­der, Ge­wäs­ser, Bio­to­pe, ge­schütz­te Le­bens­räu­me oder ähn­li­ches auf­ge­führt?
  3. Gibt es be­reits ein aktuelles Im­mis­si­ons­gut­ach­ten und wer hat es er­stellt?
  4. Gibt es be­reits ein aktuelles Keim­schutz-​Gut­ach­ten?
  5. Ist eine Bio­gas­an­la­ge an den die ge­plan­te Mast­an­la­ge an­ge­glie­dert?
  6. Ent­hält der An­trag ein Brand­schutz­kon­zept?
  7. Sind Vor­be­las­tun­gen aus an­de­ren Tier­fa­bri­ken in der Um­ge­bung be­rück­sich­tigt?
  8. Gibt es sons­ti­ge Auf­fäl­lig­kei­ten/ Be­son­der­hei­ten (Schu­len, Kin­der­gar­ten etc. in der Nähe)?
  • Au­ßer­dem no­tie­re ich alle wich­ti­gen Daten zum Bau und den be­tei­lig­ten Per­so­nen: Bau­platz mit Flur-​Nr., Name und Adres­se des Bau­her­ren, Adres­sen der be­tei­lig­ten Fir­men (Bau­fir­men, Gut­ach­ter, In­ge­nieur­bü­ro …)
  • Wenn mög­lich schi­cke ich eine Zu­sam­men­fas­sung an kontakt@tierfabriken-widerstand.org. Das Bünd­nis kann mich so bes­ser bei der Öf­fent­lich­keits­ar­beit und dem Vor­ge­hen gegen die An­la­ge un­ter­stüt­zen.

Um die Ge­neh­mi­gung der Tier­fa­brik zu ver­zö­gern oder zu ver­hin­dern, sind Kon­tak­te zu wei­te­ren po­ten­ti­el­len Un­ter­stüt­zerIn­nen sinn­voll. Mög­li­che Kon­tak­te sind:

  1. Lan­des­weit an­er­kann­ten Na­tur­schutz­ver­ei­ne wie BUND und NABU. Diese, un­mit­tel­bar Be­trof­fe­ne und die Ge­mein­de sind kla­ge­be­rech­tigt und daher wich­ti­ge Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner.
  2. An­woh­nerIn­nen aus dem be­trof­fe­nen Ort
  3. Tier­rechts­grup­pen in den nächst­grö­ße­ren Städ­ten und evtl. Tier­schutz­ver­ei­ne
  4. Stadt- bzw. Ge­mein­de­rat
  5. Pres­se

Mit die­sen Men­schen/Grup­pen kann ich auf un­ter­schied­li­che Weise zu­sam­men­ar­bei­ten:

1) Naturschutzverbände

  • Mit den Na­tur­schutz­ver­ei­nen wie Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Nabu oder an­de­ren, indem ich ent­we­der den Vor­sit­zen­den des Lan­des­ver­bands oder die an­säs­si­ge Orts­grup­pe kon­tak­tie­re und sie über das Bau­vor­ha­ben in­for­mie­re. Wich­tig ist, dass ich ihnen auf­zei­ge, dass sie für die Ver­hin­de­rung der An­la­ge wegen ihrer Kla­ge­be­rech­ti­gung wich­tig sind.
  • Um spä­ter er­folg­reich gegen die An­la­ge vor­zu­ge­hen und den Druck auf das Amt zu er­hö­hen, bitte ich sie, im Ein­wen­dungs­zeit­raum eine Ein­wen­dung im Namen des BUND zu schrei­ben. Wenn die Grup­pe zeit­lich über­las­tet ist, biete ich ihnen an, eine Ein­wen­dung für sie vor­zu­be­rei­ten. Dazu kann ich mich auch an kontakt@tierfabriken-widerstand.org wen­den. Bei der Ein­wen­dung des Na­tur­schutz­ver­eins ist es wich­tig, dass alle wich­ti­gen und ent­schei­den­de Punk­te für eine spä­te­re Klage auf­ge­führt sind.
  • Dar­über hin­aus kon­tak­tie­re ich be­reits jetzt in Ab­spra­che mit dem Na­tur­schutz­ver­ein den un­ab­hän­gi­gen Gut­ach­ter Ha­ver­kamp (Knut Ha­ver­kamp: KnutHaverkamp@​web.​de, 05341 33618) und sende ihm Ko­pi­en der Ak­ten­ein­sicht, damit die­ser eine Plau­si­bi­li­täts­prü­fung zu dem Bau­an­trag er­stel­len kann. Diese Prü­fung stellt eine wich­ti­ge in­halt­li­che Grund­la­ge für die Ver­hin­de­rung der Tier­fa­brik dar. Wenn die Zeit zu knapp ist, um die Stel­lung­nah­me von Herrn Ha­ver­kamp mit der Ein­wen­dung des Na­tur­schutz­ver­eins ein­zu­rei­chen, ist es wich­tig darin zu ver­mer­ken, dass eine Stel­lung­nah­me nach­ge­reicht wird.
  • Nicht zu ver­ges­sen ist auch, dass ich ge­mein­sam mit dem Na­tur­schutz­ver­ein Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten des Gut­ach­tens und evtl. auch schon einer mög­li­chen Klage be­spre­che. Un­ter­stüt­zung kann ich z.B. von be­trof­fe­ne An­woh­nerIn­nen, von Stadt­rätIn­nen, den Grü­nen oder an­säs­si­gen Ver­ei­nen wie Tier­schutz­ver­ei­n, Vo­gel­schutz­ver­ein er­hal­ten.
  • Ich kann bei den An­sprech­part­nerIn­nen des Na­tur­schutz­ver­eins auch an­re­gen, eine Stel­lung­nah­me zu dem ge­plan­ten Bau in der lo­ka­len Pres­se zu ver­öf­fent­li­chen und ge­mein­sa­me öf­fent­lich­keits­wirk­sa­me Ver­an­stal­tun­gen und Ak­tio­nen, wie Info­stän­de, De­mons­tra­tio­nen oder auch Po­di­ums­dis­kus­sio­nen bzw. In­for­ma­ti­ons­aben­de zu or­ga­ni­sie­ren. Weitere Aktionsideen findet ihr hier.
  • Wenn der Na­tur­schutz­ver­ein In­ter­es­se an die­ser The­ma­tik zeigt, er­kun­di­ge ich mich auch nach ihrer Be­reit­schaft, eine Bür­ger­initia­ti­ve oder ein Ak­ti­ons­bünd­nis vor Ort zu grün­den bzw. zu un­ter­stüt­zen.

2) AnwohnerInnen

  • Mit An­woh­nerIn­nen kann ich auch ge­mein­sam gegen die ge­plan­te Tier­fa­brik vor­ge­hen, indem ich zu ihnen eben­falls Kon­takt auf­neh­me, sie über das Bau­vor­ha­ben in­for­mie­re und her­aus­fin­de, wie sie sich dazu po­si­tio­nie­ren.
  • Wenn Ge­sprä­che ent­ste­hen, in­for­mie­re ich auch über Fol­gen, wie ge­sund­heit­li­che Ri­si­ken, Ge­ruch-​ bzw. Lärm­be­läs­ti­gung, er­höh­te Ver­kehrs­be­las­tung und auch über die Aus­beu­tung von Tie­ren und Men­schen durch den Bau von Tier­fa­brik. Au­ßer­dem be­to­ne ich ihre wich­ti­ge Po­si­ti­on in der Ver­hin­de­rung der An­la­ge als di­rek­te Be­trof­fe­ne und viel­leicht sogar Bau­grund­nach­barn.
  • Wenn ich in der Ge­mein­de Kon­takt zu Geg­nerIn­nen der ge­plan­ten Tier­fa­brik auf­bau­en kann, er­kun­di­ge ich mich auch hier nach der Be­reit­schaft eine lo­ka­le Bür­ger­initia­ti­ve oder ein Aki­ons­bünd­nis zu grün­den, um ge­mein­sam gegen das Bau­vor­ha­ben vor­ge­hen zu kön­nen.
  • Um einen ers­ten Kon­takt auf­zu­bau­en und um In­ter­es­sier­te zu­sam­men­zu­brin­gen, kann ich z.B. einen Vor­trag in der Ge­mein­de or­ga­ni­sie­ren. Tierfabriken-Widerstand kann bei der Vermittlung von ReferentInnen behilflich sein.
  • Wenn ich MitstreiterInnen finde, kann ich während der Genehmigungsphase verschiedene Aktionen in der betroffenen Gegend durchführen, um die Aufmerksamkeit für das Vorhaben zu erhöhen. Aktionsideen.

3) Tierschutz- und Tierrechtsgruppen

  • Auch Kon­takt mit Tier­schutz­ver­ei­nen und Tier­rechts­grup­pen aus der Re­gi­on kön­nen hilf­reich sein. Dazu in­for­mie­re ich sie über das Bau­vor­ha­ben und die damit ver­bun­de­nen Pro­ble­ma­ti­ken und bitte sie sich im Wi­der­stand da­ge­gen so­li­da­risch zu zei­gen. Diese Grup­pen sind gute An­sprech­part­nerIn­nen, wenn es darum geht mög­lichst viele Ein­wen­dun­gen gegen die Tier­fa­brik an die Behörde zu ver­sen­den und auch um das Thema der Tier­aus­beu­tung an­hand die­ses Bau­vor­ha­bens ver­mehrt in den Fokus der Öf­fent­lich­keit zu brin­gen.
  • Ich bitte sie Ein­wen­dun­gen zu schrei­ben und sende ihnen eine vor­ge­fer­tig­te Mus­ter­ein­wen­dung, die sie über ihre Ver­tei­ler ver­brei­ten kön­nen.

4) Stadt- oder Gemeinderat

  • Im Kon­takt mit dem Stadt-​ oder Ge­mein­de­rat ver­su­che ich her­aus­zu­fin­den, ob sie das ge­meind­li­che Ein­ver­neh­men be­reits ver­wei­gert oder ge­ge­ben haben. Ich suche auch mit den ein­zel­nen Rats­mit­glie­dern das Ge­spräch über ihre Po­si­ti­on, Be­schwer­den und Ar­gu­men­te, da sie in ihrer Po­si­ti­on zu allen Be­lan­gen und As­pek­ten die­ser Bau­an­trä­ge Stel­lung neh­men kön­nen.
  • Im Ge­spräch mit dem Stadt-​ bzw. Ge­mein­de­rat kann ich ihnen auch ihre Mög­lich­kei­ten im Vor­ge­hen gegen den Bau­an­trag auf­wei­sen. Sie kön­nen das ge­meind­li­che Ein­ver­neh­men ver­wei­gern und somit das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren ver­zö­gern. Au­ßer­dem haben sie die Mög­lich­keit den Flä­chen­nut­zungs­plan zu Un­guns­ten des In­ves­tors zu ver­än­dern oder auch Klage gegen den Bau ein­zu­rei­chen.
  • Um In­for­ma­tio­nen zu deren Po­si­tio­nen zu be­kom­men, be­su­che ich be­spiels­wei­se die öf­fent­li­chen Stadt­rats­sit­zun­gen, in denen das Bau­vor­ha­ben auf der Ta­ges­ord­nung steht.

5) Presse

  • Um das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren auch in der lo­ka­len Pres­se zu the­ma­ti­sie­ren, finde ich her­aus, wel­cher Jour­na­list oder wel­che Jour­na­lis­tin für das Res­sort Um­welt oder für meine Region ver­ant­wort­lich ist. Ich gebe ihnen dann in­ter­es­san­te Daten rund um das Bau­vor­ha­ben und be­to­ne die hier­mit ver­bun­de­ne Aus­beu­tung von Tie­ren und auch die Ge­fah­ren der Tier­hal­tung für Men­schen und Um­welt.
  • Zu jeder Veranstaltung und Aktion im Rahmen der Proteste schicke ich eine Pressemitteilung an die lokalen Zeitungen.

Wenn der Ein­wen­dungs­zeit­raum an­steht,

  • schrei­be ich meine Ein­wen­dung in­ner­halb der ge­setz­ten Frist und adres­sie­re sie an die Sach­be­ar­bei­terin der zuständigen Behörde. Dies kann ich form­los un­ab­hän­gig davon, ob sich mein Wohn­ort in der Nähe der ge­plan­ten Tier­fa­brik be­fin­det oder nicht.
  • Je mehr Ein­wen­dun­gen bei dem Amt ein­ge­hen, umso län­ger brau­chen sie diese zu be­ar­bei­ten. Um den Bau­be­ginn hin­aus­zu­zö­gern, er­mu­ti­ge ich also mög­lichst viele Men­schen um­fang­rei­che und viel­sei­ti­ge Ein­wen­dun­gen zu schrei­ben.
  • Wich­tig ist, dass die kla­ge­be­rech­tig­ten Per­so­nen ( be­trof­fe­ne Bür­gerIn­nen und Na­tur­schutz­ver­bän­de) mög­li­che spä­te­re Kla­ge­punk­te auch schon in der Ein­wen­dung ein­brin­gen und diese beim spä­te­ren Er­ör­te­rungs­ter­min de­tail­liert be­le­gen. Dies kann bei­spiels­wei­se an­hand der oben be­schrie­be­nen Plau­si­bi­li­täts­prü­fung eines un­ab­hän­gi­gen Gut­ach­ters er­fol­gen.

Bei dem Er­ör­te­rungs­ter­min…

  • wer­den alle Ein­wen­dun­gen “er­ör­tert”. D.h. alle Men­schen, die schrift­li­che Ein­wen­dun­gen ein­ge­reicht haben, haben an die­sem Tag die Mög­lich­keit, ihre Be­den­ken münd­lich zu ver­tie­fen und Fra­gen zum Bau­an­trag zu stel­len.
  • Hier be­steht die Mög­lich­keit das Ver­fah­ren wei­ter zu ver­zö­gern. Des­we­gen be­rei­te ich mich im Kon­takt mit wei­te­ren Ein­wen­derIn­nen z.B. durch das Schrei­ben mög­li­cher An­trä­ge, Dienst­auf­sichts­be­schwer­den und Fra­gen auf den Ter­min vor.
  • Dar­über­hin­aus in­for­mie­re ich auch Ver­tre­terIn­nen der Pres­se und der Um­welt­ver­bän­de und bitte sie, an dem Ter­min teil­zu­neh­men.
  • Wenn ich mich un­si­cher fühle oder zeit­lich ver­hin­dert bin, be­voll­mäch­ti­ge ich schrift­lich einen an­de­ren Ein­wen­der oder eine Ein­wen­de­rin, mich am Er­ör­te­rungs­ter­min zu ver­tre­ten. Ge­mein­sam brin­gen wir un­se­re Be­den­ken und un­se­re Ab­leh­nung gegen das Bau­vor­ha­ben klar zum Aus­druck und be­ste­hen dar­auf, dass von allen Aus­sa­gen Pro­to­koll ge­führt wird.
  • Um wei­te­re Men­schen vor Ort zu in­for­mie­ren und den Pro­test zu stär­ken, kann ich vor an dem Ein­wen­dungs­ter­min eine De­mons­tra­tio­nen oder einen Info­stand vor dem je­wei­li­gen Ge­bäu­de oder an einem an­de­ren pas­sen­den Ort in der Stadt in­iti­ie­ren. Weitere Aktionsideen hier.

Wenn der Bau­an­trag trotz all der Be­mü­hun­gen ge­neh­migt wurde,

  • bleibt noch die Kla­ge­mög­lich­keit. Wich­tig dabei ist, dass die Wi­der­spruchs­frist von 4 Wo­chen nach Ver­öf­fent­li­chung des Ge­neh­mi­gungs­be­scheids ein­ge­hal­ten wird. Daher ist es sinn­voll, schon vor Ab­schluss des Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens mit den kla­ge­be­rech­tig­ten Per­so­nen bzw. Verbänden zu spre­chen und deren Kla­ge­be­reit­schaft zu klä­ren.
  • Au­ßer­dem ist es sinn­voll, schon früh­zei­tig mit mög­li­chen Fach­an­wäl­te für Ver­wal­tungs­recht in Kon­takt zu tre­ten (bei­spiels­wei­se unter www.​umwelt­an­wäl­te.​de) und sich über Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten der Klage Ge­dan­ken zu ma­chen.
  • Für die Ver­hand­lung selbst habe ich wie­der die Mög­lich­keit wie beim Er­ör­te­rungs­ter­min mög­lichst viele Men­schen und die Pres­se zu mo­bi­li­sie­ren, um eine kri­ti­sche Öf­fent­lich­keit wäh­rend der Ver­hand­lung zu haben.

Noch ein paar Worte zum Schluss:

Es ist un­glaub­lich wert­voll be­reits, zum Zeit­punkt der Bau­an­fra­ge (Phase vor der Bau­an­trags­stel­lung) von solch einem Vor­ha­ben zu er­fah­ren. Der In­ves­tor hat zu die­sem Zeit­punkt näm­lich noch kein Geld in­ves­tiert.
Viele An­la­gen wur­den be­reits da­durch ver­hin­dert, dass man mit den Pla­nen­den spricht und die vor­han­de­nen Be­den­ken äu­ßert, bevor sie sich end­gül­tig fest­ge­legt hat­ten und be­reits viel Geld für Gut­ach­ten und Er­stel­lung des Bau­an­trags aus­ge­ge­ben haben.
Es gibt dazu die Mög­lich­keit den Bau­herrn zu sei­nem Pro­jekt (För­de­rung, Fil­ter, Gül­le-​ und Ko­t­aus­brin­gung, Bio­gas­plä­ne, wei­te­re Stall­pla­nun­gen) oder auch sei­nem Be­trieb (wirt­schaft­li­che Flä­chen, vor­han­de­ne Stäl­le usw.) zu be­fra­gen und Al­ter­na­ti­ven auf­zu­wei­sen.
Auch seine Mo­ti­ve und Be­grün­dun­gen für den ge­plan­ten Bau, Teil­ha­ber, Geld­ge­ber und Zu­lie­fe­rer kön­nen für wei­te­re Ge­sprä­che oder das Vor­ge­hen gegen die ge­plan­te Tier­fa­brik hilf­reich sein..

Klei­ner Hin­weis: Wenn In­ves­to­ren am Te­le­fon mit einem Stu­den­ten spre­chen, der diese In­for­ma­ti­on für eine Stu­die braucht, sind sie meis­tens kon­takt­freu­di­ger…

Oft er­fährt man von den Bau­vor­ha­ben je­doch erst, wenn es sich schon im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­fin­det. Lasst euch davon nicht ent­mu­ti­gen.
Egal zu wel­chem Zeit­punkt Men­schen an­fan­gen, Wi­der­stand zu in­iti­ie­ren, ge­mein­sam für eine Sache ein­zu­ste­hen, zö­gert man sol­che Bau­vor­ha­ben hin­aus oder regt wei­te­re Men­schen zum Nach- bzw. Um­den­ken an.
Es ist gut im Wi­der­stand gegen Aus­beu­tung nicht al­lein zu ste­hen, son­dern wei­ter Men­schen zu fin­den, mit denen man ge­mein­sam und mo­ti­viert Ideen in die Tat um­set­zen kann.
Das ist ein Grund warum sich das Ak­ti­ons­bünd­nis Tierfabriken-Widerstand ge­grün­det hat und sich je­der­zeit freut, wenn du Kon­takt mit ihnen auf­nimmst, um ge­mein­sam gegen Tier­fa­bri­ken vor­zu­ge­hen.
Pro­fi­tie­re auch von den Er­fah­run­gen be­ste­hen­der Bünd­nis­se und Grup­pen wie der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) oder dem Bund für Umwelt und Na­tur­schutz (BUND) und hol dir bei ihnen Un­ter­stüt­zung und nö­ti­ge In­for­ma­tio­nen!

Hier findet ihr auch die Tipps zum Vorgehen gegen Tieranlagen von AbL und BUND.