Größte Lachszucht Deutschlands nun in Malchow (MV) geplant!

So sollte die Anlage in Eberswalde aussehen.

Urspünglich in Eberswalde (Brandenburg) geplant – wir berichteten – soll diese riesige Lachsfabrik nun in der Inselstadt Malchow entstehen.

Aktuelle Petition von PETA gegen den Neubau (Stand 18.11.21): https://www.peta.de/aktiv/lachszucht-malchow-petition/

Darum geht es

In der Lindenallee in Malchow soll eine riesige Fabrik für eine Million Atlantischer Lachse entstehen. Die Tiere, die sowohl im Ozean als auch in Flüssen zu Hause sind und tausende Kilometer „wandern“, sollen hier ihr komplettes Leben in winzigen Becken fristen, bevor sie direkt vor Ort getötet werden.

So leben Lachse

Der Atlantische Lachs hat einen komplexen Lebenslauf und durchläuft mehrere Stadien, in denen sich Verhalten, Aussehen und Lebensraumbedürfnisse mehrfach verändern. Die Lachse sind anadrom, d.h., dass sie im Süßwasser geboren werden, als Erwachsene ins Meer wandern und dann zum Laichen flussaufwärts zu ihren Geburtsorten zurückkehren. Dabei legen sie oft tausende Kilometer zurück.

Beim Laichen gräbt das Lachsweibchen mit seinem Schwanz Nester im Kies. Nach dem Winter verlassen die kleinen Lachse, in diesem Lebensstadium „Parr“ genannt, das Nest. Eine charakteristische Zeichnung dient ihnen in dieser Zeit als Tarnung zum Schutz vor Raubtieren. 2 – 3 Jahre lang wachsen die Parr im Süßwasser, bevor sie sich in silbrige „Smolts“ wandeln. Deren Kiemen und Organe sind an Salzwasser angepasst, sodass sie ins Meer schwimmen können. Dort benötigen sie weitere 1 – 2 weitere Jahre, um erwachsen zu werden. „Atlantische Lachse sind nach zwei Jahren im Meer durchschnittlich 71–76 cm lang und 3,6–5,4 kg schwer, wobei einzelne Exemplare auch größer werden können“!1

Das erwartet die Lachse hier

In der ca. 30.000 qm großen Halle sollen pro Jahr – in der ersten von drei möglichen Ausbaustufen – bis zu 1.000.000 dieser Tiere in wenigen Dutzend Becken zusammengepfercht gehalten werden.2 Laut Antragsunterlagen für die baugleiche Anlage in Eberswalde sollen insgesamt 33.000 Kubikmeter Wasser zu jedem Zeitpunkt in der Anlage sein. Bei 1.000.000 Lachsen wären das 30 Lachse pro Kubikmeter, also maximal 1,5 Schuhkartons pro Lachs Platz. Für ein Lebewesen, das im Meer zu Hause ist! Dies entspricht mitnichten einer „artspezifischen“ Haltung, wie es die zukünftigen Betreiber*innen auf ihrer Website behaupten. 3-7 Jahre werden Lachse im Schnitt im Ozean. „LandLachs“ hat hingegen als einziges Ziel, sie so schnell wie möglich auf „Schlachtgewicht“ zu mästen und sie dann vor Ort zu töten.

Wer und was hinter den Plänen steckt

Geplant wird das Ganze von Franziska und Patrick von Hertzberg. Sie bewerben ihr Investment mit den Attributen „regional“ und „nachhaltig“. Dabei kommen die Fischeier aus Norwegen, Island oder Chile. Über die geplante Zusammensetzung der Nahrung der Lachse ist nicht viel zu erfahren. Von „Pflanzen aus der EU“ und „9% Fischmehl / -öl“ ist die Rede.3

Regional ist also lediglich das benötigte Wasser. Laut der Vorhabensbeschreibung ist ein täglicher Wasserverbrauch von 650 m³ Frischwasser/Abwasser vorgesehen, was 237 Millionen Liter (Ab-)Wasser pro Jahr entspricht! Zum Vergleich: Alle Haushalte in Malchow zusammen verbrauchen täglich ca. 861 m³ (geschätzt nach dem Durchschnittsverbrauch in Deutschland).

Zudem wird suggeriert, die Haltungsform diene dem „Schutz der Meere“. Aber hier soll ein teures Luxus„produkt“ entstehen, welches überhaupt keine Konkurrenz zur billigen und brutalen Lachszucht in meeresbasierten Aquafarmen darstellt. Diese laufen und wachsen also parallel dazu weiter, dass nun in Malchow Millionen empfindsame Wasserlebewesen gemästet und getötet werden. Außerdem werden Lachse auch in  dieser Aquakultur zum Teil noch mit Fischmehl aus Wildfischen ernährt. Auch das hilft nicht gegen die Überfischung der Meere.

Dies soll die erste Anlage dieser Art in Deutschland werden. Wenn sie gebaut werden sollte, könnten unter dem falschen Versprechen von Nachhaltigkeit noch viele weitere entstehen. Lasst uns diesen ersten Schritt in die völlig falsche Richtung verhindern!

Nachhaltige Lebensmittel sehen anders aus!
Nachhaltige Lebensmittel bestehen aus Pflanzen, nicht aus fühlenden Lebewesen!
Nachhaltig wäre es bio-veganes Gemüse anzubauen, insbesondere, da das geplante Anlagegelände bisher sogar noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen ist.

Die (Bau-)Wiese. Noch ist es landwirtschaftliche Fläche.

Das können wir gegen die Anlage tun

Am 29.11. um 19:00 Uhr findet im Haus des Gastes „Werleburg“ eine Werbeveranstaltung für den Bau der Lachsfarm statt. Bürger:innen kriegen dort die Gelegenheit sich zu den Planungsinhalten zu äußern. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um sich Gehör zu verschaffen!

Legen Sie Einspruch bei den örtlichen Politiker:innen ein. Schreiben Sie ihnen einen Brief, eine Mail. Auch ‚Landlachs‘ hat ein Büro in Malchow, wo sie Briefe einwerfen können – ganz in der Nähe des Rathauses.

Schreibt den von Hertzbergs direkt (www.landlachs.de), dass Sie ihre falschen Nachhaltigkeitsversprechen nicht brauchen.

Schließen Sie sich vor Ort zusammen, um gemeinsam gegen die Anlage zu protestieren.

Schreiben Sie uns, wir vernetzen und unterstützen gerne! -> kontakt[at]tierfabriken-widerstand.org

Das sind die wirklich nachhaltigen und gesünderen Alternativen

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ohne Fisch und andere tierliche Produkte ist problemlos möglich. Tote Fische werden gerne als Lieferant von Eiweiß und gesunden Fettsäuren gegessen, aber ihr Fleisch enthält keine essentiellen Nährstoffe, die nicht auch durch eine rein pflanzliche Ernährung zugeführt werden können. Grünes Gemüse, Vollkorngetreide und Nüsse sind ebenso gute Proteinquellen und Omega-3-Fettsäuren finden sich gleichermaßen in pflanzlichen Ölen wie Raps-, Lein-, Kürbiskern-, Walnuss- oder Algenöl.

Quellen und weiterführende Links

Bekanntmachung der Aufstellung des Vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 37b „Fischzucht Sparower Weg“ der Inselstadt Malchow (September 2021).

Die Kurzbeschreibung der verworfenen, aber wahrscheinlich beugleichen Anlage in Eberswalde als PDF (4 Seiten).

Über eine Million Fische starben letzten Jahr durch technische Mängel in Indoor-Fischfarmen: Fish Farming Giant Faces Animal Abuse Allegations (3.6.2021) – und das ist nur ein einziger Artikel zu dem Thema.

Mehr zu Indoor-Lachsfarmen: The salmon you buy in the future may be farmed on land (BBC, 26.4.2021), „Fish are not fish fingers with fins, waiting to be cut apart, but feeling, thinking individuals capable of joy and pain, and they belong to themselves, not to humans.“

Presse zur geplanten Anlage

Fische fühlen

Impressionen vom Flyern in Malchow.

Quellen zum Flyer, der in Malchow verteilt wurde (den Flyer gibt es natürlich auf Anfrage auch als PDF zum Selbstausdrucken):

Impressionen vom Flyern in Malchow.

Flyer anderer Tierrechtsgruppen zum Thema Fisch und Aquakultur

Weitere Links und Dokus zum Thema Lachse, Fischzucht und Aquafarmen („off-shore“)

  1. de.wikipedia.org/wiki/Atlantischer_Lachs
  2. „Die Tiere sollen in insgesamt 23 Becken mit einer Tiefe von fünf Metern und einer Breite von 18 Metern untergebracht werden“, https://www.nordkurier.de/mueritz/peta-protest-im-fischkostuem-diskussionen-um-lachsfarm-1245886511.html
  3. Die Märkische Oderzeitung hat von Patrick Hertzberg nach unserer Pressemitteilung folgendes zur Ernährung der Lachse gehört: „Das Fischfutter enthalte gentechnisch unveränderte Pflanzen aus der EU sowie zum kleinen Teil Fischöl und Fischmehl aus kontrollierten Quellen.“ Weiter zitieren sie ihn zum Platzangebot: „Die im Schwarm lebenden Tiere wachsen stressfrei in 18 Meter breiten und vier Meter tiefen Becken auf.“ „Fischfarm-Planer Frank Wiegandt sagte, dass umstrittenes Fischmehl allerdings lediglich neun Prozent des Gesamtfutters ausmachen würde.“ nordkurier.de, 12.11.21
  4. Zwei lesenswerte Kommentare unter dem RBB-Artikel, die wir gerne hier noch einmal unverändert wiedergeben.
    Maris: Es scheint jetzt modern zu werden, in einer der trockensten Regionen Deutschlands Wasser-Großverbraucher anzusiedeln. Tesla, nun Landlachs (welch ein Widerspruch), und es ist noch nicht lange her, da wollte ein Investor in Altlandsberg eine Surf-Area einrichten (was zum Glück abgelehnt wurde). Andererswo bekommt man nicht mal den Feuerwehrlöschteich voll. Auf der Seite dieser Massentierhaltungsfirma findet man nur vollmundige Versprechungen bezüglich Nachhaltigkeit, Qualität, artgerechter Haltung und, und. Kein Sterbenswörtchen darüber, wie viele Tiere pro Kubikmeter Wasser, welches Futter, Haltungsdauer, Reproduktion, Vermeidung von Geruchsbelästigung der Anwohner, wohin mit den Fischabfällen – geschlachtet und verarbeitet werden soll ja auch vor Ort. Das wäre doch mal interessant, nicht so ein Werbewischiwaschi der Investoren.
    Carsten Zinn: Richtigerweise müßte es redaktionell Eberswalde Ortsteil Finow heißen. Ansonsten erfährt die Eberswalder Stadtverordnetenschaft einschließlich meine Person mehrheitlich die nicht ganz überraschende Information offiziell zuerst aus den Brandenburger Print und Digital Medien. Unternehmens-Chef Patrick von Hertzberg gilt in der Eberswalder, der Barnimr und Brandenburger Region als „Totengräber“ des Walzwerk Finow in der ehemaligen Industriemetropole Rotes Finowtal im Altkreis Eberswalde. PvH beherrscht es exellent Fördermiitel auf allen Ebenen abzugreifen. Das Anwenden von Flächentarifverträgen und das Agieren von Betriebsräten ist für den STARINVESTOR und auf vielen Geschäftsfelder präsente UNTERNEHMER aus den“ Verbrauchten Bundesländern“ in seinen Ost- Unternehmen noch immer ein Fremdwort.