Aktiv werden

  • Sind in deiner Region neue Tieranlagen geplant? Hier findest du Informationen zum Recherchieren von Anlagen.
  • Möchtest du im Bündnis Tierfabriken-Widerstand aktiv werden und dich überregional gegen neue Tieranlagen einsetzen? Hier kannst du mit uns Kontakt aufnehmen.
  • Um in verschiedenen Regionen schnell aktiv werden zu können, ist es sehr hilfreich, Ansprechpartner_innen vor Ort zu haben. Wenn du unsere Arbeit sinnvoll findest und uns unterstützen willst – wenn du zum Beispiel bereit wärst, mal in deiner Stadt Akteneinsicht zu nehmen oder an lokalen Aktionen mitzuwirken – dann schreib uns eine E-Mail! Auch wenn du in einer Gruppe aktiv bist und es für sinnvoll hältst, mit uns Kontaktdaten auszutauschen zum Informationsaustausch und gegenseitiger Unterstützung, freuen wir uns sehr über eine Kontaktaufnahme. Auch wenn du als Mitglied einer lokalen Bürgerinitiative Unterstützung für Aktionen suchst, bist du bei uns richtig – schreib uns eine E-Mail!
  • Hast du gar keine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, willst unsere Arbeit aber finanziell unterstützen? Hier findest du unsere Kontoverbindung zum Spenden.

Leitfaden

Diese An­lei­tung der Gruppe Mastanlagen Widerstand fasst die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen und Schrit­te zu­sam­men­, um Tier­fa­bri­ken be­reits im Genehmi­gungs­ver­fah­ren zu ver­zö­gern bzw. zu ver­hin­dern.

Wir hof­fen, dass der Text für dich nützliche In­for­ma­tio­nen ent­hält und ste­hen gern für wei­te­re Fra­gen zur Ver­fü­gung – kontakt@tierfabriken-widerstand.org.

Wenn ich weiß, dass sich eine Tier­an­la­ge im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­fin­det, ver­su­che ich mehr dazu her­aus­zu­fin­den. Dazu …

  • schreibe ich eine Mail an kontakt@tierfabriken-widerstand.org, um zu erfahren, ob dort schon nähere Informationen vorliegen.
  • kon­tak­tie­re ich den Sach­be­ar­bei­ter in der zuständigen Behörde und frage ihn nach dem Namen des Bau­her­ren, dem Ort des Bau­plat­zes und, ganz wich­tig, nach dem Stand des Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens. Es ist mög­lich, dass das Amt sich auf Daten­schutz be­zieht und we­ni­ge In­for­ma­tio­nen be­kannt gibt, dann er­ge­ben sich für mich im wei­te­ren Vor­ge­hen ver­schie­de­ne Möglich­kei­ten den­noch an diese In­for­ma­tio­nen zu kom­men.

Um noch mehr de­tail­lier­te In­for­ma­tio­nen zu be­kom­men,

  • be­an­tra­ge ich schrift­lich Ak­ten­ein­sicht nach dem Umwelt­in­for­ma­tions­ge­setz (Wir haben dafür Vorlagen). Manchmal be­haup­ten die zu­stän­di­gen Sach­be­ar­bei­terInnen, dass für die Ak­ten­ein­sicht Kos­ten er­ho­ben wer­den müs­sen. Davon lass ich mich aber nicht ab­schre­cken, da laut §12 UIG die Ak­ten­ein­sicht vor Ort und auch das Ab­fo­to­gra­fie­ren der Akte kos­ten­frei ist. Gebüh­ren kön­nen le­dig­lich für die Kos­ten der Zu­sen­dung der Akte er­ho­ben wer­den. Wenn sich das Amt den­noch quer stellt und Kos­ten in Rech­nung stel­len will, habe ich die Mög­lich­keit eine Be­schwer­de ein­zu­rei­chen.

Wenn das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren schon wei­ter fort­ge­schrit­ten ist und es sich um den Bau einer Tier­fa­brik mit Öf­fent­lich­keitsbe­tei­li­gung han­delt, dann

  • habe ich auch die Mög­lich­keit den Bau­an­trag wäh­rend der öf­fent­li­chen Aus­la­ge im Rat­haus oder dem Land­rats­amt ein­zu­se­hen und abzufo­to­gra­fie­ren.

Die Ak­ten­ein­sicht nach dem UIG lie­fern aber oft wei­te­re wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen und es lohnt sich daher, diese zu­sätz­lich zu be­an­tra­gen.

Um auch öf­fent­lich­keits­wirk­sa­m gegen die An­la­ge vor­zu­ge­hen,

  • schi­cke ich alle wich­ti­gen In­for­ma­tio­nen zu der be­tref­fen­den Tier­fa­brik an kontakt@tierfabriken-widerstand.org. Das Ak­ti­ons­bünd­nis wird diese Infos dann auf dem Blog und auch bei Face­book ak­tua­li­sie­ren und kann mich bei mei­nem wei­te­ren Vor­ge­hen un­ter­stüt­zen.

Wenn die Ak­ten­ein­sicht ge­währt wurde

  • ver­ein­ba­re ich mit dem/der zu­stän­di­gen Sach­be­ar­bei­terIn einen Ter­min. Ich nehme mei­nen Per­so­nal­aus­weis, eine Fo­to­ka­me­ra und im bes­ten Fall eine wei­te­re Per­son mit.
  • Ich fo­to­gra­fie­re die Un­ter­la­gen mög­lichst le­ser­lich und no­tie­re zu Hause in aller Ruhe wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen. Um die wich­tigs­ten In­for­ma­tio­nen aus den Un­ter­la­gen zu fin­den, ori­en­tie­re ich mich an fol­gen­den Punk­ten bzw. Fra­gen:
  1. Wie weit ist die Ent­fer­nung zur nächs­ten Sied­lung?
  2. Sind in der Nähe be­find­li­che FFH-Ge­biet, Wäl­der, Ge­wäs­ser, Bio­to­pe, ge­schütz­te Le­bens­räu­me oder ähn­li­ches auf­ge­führt?
  3. Gibt es be­reits ein aktuelles Im­mis­si­ons­gut­ach­ten und wer hat es er­stellt?
  4. Gibt es be­reits ein aktuelles Keim­schutz-Gut­ach­ten?
  5. Ist eine Bio­gas­an­la­ge an den die ge­plan­te Mast­an­la­ge an­ge­glie­dert?
  6. Ent­hält der An­trag ein Brand­schutz­kon­zept?
  7. Sind Vor­be­las­tun­gen aus an­de­ren Tier­fa­bri­ken in der Um­ge­bung be­rück­sich­tigt?
  8. Gibt es sons­ti­ge Auf­fäl­lig­kei­ten/ Be­son­der­hei­ten (Schu­len, Kin­der­gar­ten etc. in der Nähe)?
  • Au­ßer­dem no­tie­re ich alle wich­ti­gen Daten zum Bau und den be­tei­lig­ten Per­so­nen: Bau­platz mit Flur-Nr., Name und Adres­se des Bau­her­ren, Adres­sen der be­tei­lig­ten Fir­men (Bau­fir­men, Gut­ach­ter, In­ge­nieur­bü­ro …)
  • Wenn mög­lich schi­cke ich eine Zu­sam­men­fas­sung an kontakt@tierfabriken-widerstand.org. Das Bünd­nis kann mich so bes­ser bei der Öf­fent­lich­keits­ar­beit und dem Vor­ge­hen gegen die An­la­ge un­ter­stüt­zen.

Um die Ge­neh­mi­gung der Tier­fa­brik zu ver­zö­gern oder zu ver­hin­dern, sind Kon­tak­te zu wei­te­ren po­ten­ti­el­len Un­ter­stüt­zerIn­nen sinn­voll. Mög­li­che Kon­tak­te sind:

  1. Die Lan­des­weit an­er­kann­ten Na­tur­schutz­ver­ei­ne, die im Land­kreis ver­tre­ten sind. Diese, un­mit­tel­bar Be­trof­fe­ne und die Ge­mein­de sind kla­ge­be­rech­tigt und daher wich­ti­ge Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner
  2. An­woh­nerIn­nen aus dem be­trof­fe­nen Ort
  3. Tier­rechts­grup­pen in den nächst­grö­ße­ren Städ­ten und evtl. Tier­schutz­ver­ei­ne
  4. Stadt- bzw. Ge­mein­de­rat
  5. Pres­se

Mit die­sen Men­schen/Grup­pen kann ich auf un­ter­schied­li­che Weise zu­sam­men­ar­bei­ten:

1) Naturschutzverbände

  • Mit dem an­säs­si­gen Na­tur­schutz­ver­ei­nen wie Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Nabu oder an­de­ren, indem ich ent­we­der den Vor­sit­zen­den des Lan­des­ver­bands oder die an­säs­si­ge Orts­grup­pe kon­tak­tie­re und sie über das Bau­vor­ha­ben in­for­mie­re. Wich­tig ist, dass ich ihnen auf­zei­ge, dass sie für die Ver­hin­de­rung der An­la­ge wegen ihrer Kla­ge­be­rech­ti­gung wich­tig sind.
  • Um spä­ter er­folg­reich gegen die An­la­ge vor­zu­ge­hen und den Druck auf das Amt zu er­hö­hen, bitte ich sie, im Ein­wen­dungs­zeit­raum eine Ein­wen­dung im Namen des BUND zu schrei­ben. Wenn die Grup­pe zeit­lich über­las­tet ist, biete ich ihnen an, eine Ein­wen­dung für sie vor­zu­be­rei­ten. Dazu kann ich mich auch an kontakt@tierfabriken-widerstand.org wen­den. Bei der Ein­wen­dung des Na­tur­schutz­ver­eins ist es wich­tig, dass alle wich­ti­gen und ent­schei­den­de Punk­te für eine spä­te­re Klage auf­ge­führt sind.
  • Dar­über hin­aus kon­tak­tie­re ich be­reits jetzt in Ab­spra­che mit dem Na­tur­schutz­ver­ein den un­ab­hän­gi­gen Gut­ach­ter Ha­ver­kamp (Knut Ha­ver­kamp: KnutHaverkamp@web.de 05341 33618 ) und sende ihm Ko­pi­en der Ak­ten­ein­sicht, damit die­ser eine Plau­si­bi­li­täts­prü­fung zu dem Bau­an­trag er­stel­len kann. Diese Prü­fung stellt eine wich­ti­ge in­halt­li­che Grund­la­ge für die Ver­hin­de­rung der Tier­fa­brik dar. Wenn die Zeit zu knapp ist, um die Stel­lung­nah­me von Herrn Ha­ver­kamp mit der Ein­wen­dung des Na­tur­schutz­ver­eins ein­zu­rei­chen, ist es wich­tig darin zu ver­mer­ken, dass eine Stel­lung­nah­me nach­ge­reicht wird.
  • Nicht zu ver­ges­sen ist auch, dass ich ge­mein­sam mit dem Na­tur­schutz­ver­ein Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten des Gut­ach­tens und evtl. auch schon einer mög­li­chen Klage be­spre­che. Un­ter­stüt­zung kann ich z.B. von be­trof­fe­ne An­woh­nerIn­nen, von Stadt­rätIn­nen, den Grü­nen oder an­säs­si­gen Ver­ei­nen wie Tier­schutz­ver­ei­n, Vo­gel­schutz­ver­ein er­hal­ten.
  • Ich kann bei den An­sprech­part­nerIn­nen des Na­tur­schutz­ver­eins auch an­re­gen, eine Stel­lung­nah­me zu dem ge­plan­ten Bau in der lo­ka­len Pres­se zu ver­öf­fent­li­chen und ge­mein­sa­me öf­fent­lich­keits­wirk­sa­me Ver­an­stal­tun­gen und Ak­tio­nen, wie Info­stän­de, De­mons­tra­tio­nen oder auch Po­di­ums­dis­kus­sio­nen bzw. In­for­ma­ti­ons­aben­de zu or­ga­ni­sie­ren. Weitere Aktionsideen findet ihr hier.
  • Wenn der Na­tur­schutz­ver­ein In­ter­es­se an die­ser The­ma­tik zeigt, er­kun­di­ge ich mich auch nach ihrer Be­reit­schaft, eine Bür­ger­initia­ti­ve oder ein Ak­ti­ons­bünd­nis vor Ort zu grün­den bzw. zu un­ter­stüt­zen.

2) AnwohnerInnen

  • Mit An­woh­nerIn­nen kann ich auch ge­mein­sam gegen die ge­plan­te Tier­fa­brik vor­ge­hen, indem ich zu ihnen eben­falls Kon­takt auf­neh­me, sie über das Bau­vor­ha­ben in­for­mie­re und her­aus­fin­de, wie sie sich dazu po­si­tio­nie­ren.
  • Wenn Ge­sprä­che ent­ste­hen, in­for­mie­re ich auch über Fol­gen, wie ge­sund­heit­li­che Ri­si­ken, Ge­ruch- bzw. Lärm­be­läs­ti­gung, er­höh­te Ver­kehrs­be­las­tung und auch über die Aus­beu­tung von Tie­ren und Men­schen durch den Bau von Tier­fa­brik. Au­ßer­dem be­to­ne ich ihre wich­ti­ge Po­si­ti­on in der Ver­hin­de­rung der An­la­ge als di­rek­te Be­trof­fe­ne und viel­leicht sogar Bau­grund­nach­barn.
  • Wenn ich in der Ge­mein­de Kon­takt zu Geg­nerIn­nen der ge­plan­ten Tier­fa­brik auf­bau­en kann, er­kun­di­ge ich mich auch hier nach der Be­reit­schaft eine lo­ka­le Bür­ger­initia­ti­ve oder ein Aki­ons­bünd­nis zu grün­den, um ge­mein­sam gegen das Bau­vor­ha­ben vor­ge­hen zu kön­nen.
  • Um einen ers­ten Kon­takt auf­zu­bau­en und um In­ter­es­sier­te zu­sam­men­zu­brin­gen, kann ich z.B. einen Vor­trag in der Ge­mein­de or­ga­ni­sie­ren. Tierfabriken-Widerstand kann bei der Vermittlung von ReferentInnen behilflich sein.
  • Wenn ich MitstreiterInnen finde, kann ich während der Genehmigungsphase verschiedene Aktionen in der betroffenen Gegend durchführen, um die Aufmerksamkeit für das Vorhaben zu erhöhen. Aktionsideen.

3) Tierschutz- und Tierrechtsgruppen

  • Auch Kon­takt mit Tier­schutz­ver­ei­ne und Tier­rechts­grup­pen aus der Re­gi­on kön­nen hilf­reich sein. Dazu in­for­mie­re ich sie über das Bau­vor­ha­ben und die damit ver­bun­de­nen Pro­ble­ma­ti­ken und bitte sie sich im Wi­der­stand da­ge­gen so­li­da­risch zu zei­gen. Diese Grup­pen sind gute An­sprech­part­nerIn­nen, wenn es darum geht mög­lichst viele Ein­wen­dun­gen gegen die Tier­fa­brik an die Behörde zu ver­sen­den und auch um das Thema der Tier­aus­beu­tung an­hand die­ses Bau­vor­ha­bens ver­mehrt in den Fokus der Öf­fent­lich­keit zu brin­gen.
  • Ich bitte sie Ein­wen­dun­gen zu schrei­ben und sende ihnen eine vor­ge­fer­tig­te Mus­ter­ein­wen­dung, die sie über ihre Ver­tei­ler ver­brei­ten kön­nen.

4) Stadt- oder Gemeinderat

  • Im Kon­takt mit dem Stadt- oder Ge­mein­de­rat ver­su­che ich her­aus­zu­fin­den, ob sie das ge­meind­li­che Ein­ver­neh­men be­reits ver­wei­gert oder ge­ge­ben haben. Ich suche auch mit den ein­zel­nen Rats­mit­glie­dern das Ge­spräch über ihre Po­si­ti­on, Be­schwer­den und Ar­gu­men­te, da sie in ihrer Po­si­ti­on zu allen Be­lan­gen und As­pek­ten die­ser Bau­an­trä­ge Stel­lung neh­men kön­nen.
  • Im Ge­spräch mit dem Stadt- bzw. Ge­mein­de­rat kann ich ihnen auch ihre Mög­lich­kei­ten im Vor­ge­hen gegen den Bau­an­trag auf­wei­sen. Sie kön­nen das ge­meind­li­che Ein­ver­neh­men ver­wei­gern und somit das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren ver­zö­gern. Au­ßer­dem haben sie die Mög­lich­keit den Flä­chen­nut­zungs­plan zu Un­guns­ten des In­ves­tors zu ver­än­dern oder auch Klage gegen den Bau ein­zu­rei­chen.
  • Um In­for­ma­tio­nen zu deren Po­si­tio­nen zu be­kom­men, be­su­che ich be­spiels­wei­se die öf­fent­li­chen Stadt­rats­sit­zun­gen, in denen das Bau­vor­ha­ben auf der Ta­ges­ord­nung steht.

5) Presse

  • Um das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren auch in der lo­ka­len Pres­se zu the­ma­ti­sie­ren, finde ich her­aus, wel­cher Jour­na­list oder wel­che Jour­na­lis­tin für das Res­sort Um­welt oder für meine Region ver­ant­wort­lich ist. Ich gebe ihnen dann in­ter­es­san­te Daten rund um das Bau­vor­ha­ben und be­to­ne die hier­mit ver­bun­de­ne Aus­beu­tung von Tie­ren und auch die Ge­fah­ren der Tier­hal­tung für Men­schen und Um­welt.
  • Zu jeder Veranstaltung und Aktion im Rahmen der Proteste schicke ich eine Pressemitteilung an die lokalen Zeitungen.

Wenn der Ein­wen­dungs­zeit­raum an­steht,

  • schrei­be ich meine Ein­wen­dung in­ner­halb der ge­setz­ten Frist und adres­sie­re sie an die Sach­be­ar­bei­terin der zuständigen Behörde. Dies kann ich form­los un­ab­hän­gig davon, ob sich mein Wohn­ort in der Nähe der ge­plan­ten Tier­fa­brik be­fin­det oder nicht.
  • Je mehr Ein­wen­dun­gen bei dem Amt ein­ge­hen, umso län­ger brau­chen sie diese zu be­ar­bei­ten. Um den Bau­be­ginn hin­aus­zu­zö­gern, er­mu­ti­ge ich also mög­lichst viele Men­schen um­fang­rei­che und viel­sei­ti­ge Ein­wen­dun­gen zu schrei­ben.
  • Wich­tig ist, dass die kla­ge­be­rech­tig­ten Per­so­nen ( be­trof­fe­ne Bür­gerIn­nen und Na­tur­schutz­ver­bän­de) mög­li­che spä­te­re Kla­ge­punk­te auch schon in der Ein­wen­dung ein­brin­gen und diese beim spä­te­ren Er­ör­te­rungs­ter­min de­tail­liert be­le­gen. Dies kann bei­spiels­wei­se an­hand der oben be­schrie­be­nen Plau­si­bi­li­täts­prü­fung eines un­ab­hän­gi­gen Gut­ach­ters er­fol­gen.

Bei dem Er­ör­te­rungs­ter­min…

  • wer­den alle Ein­wen­dun­gen “er­ör­tert”. D.h. alle Men­schen, die schrift­li­che Ein­wen­dun­gen ein­ge­reicht haben, haben an die­sem Tag die Mög­lich­keit, ihre Be­den­ken münd­lich zu ver­tie­fen und Fra­gen zum Bau­an­trag zu stel­len.
  • Hier be­steht die Mög­lich­keit das Ver­fah­ren wei­ter zu ver­zö­gern. Des­we­gen be­rei­te ich mich im Kon­takt mit wei­te­ren Ein­wen­derIn­nen z.B. durch das Schrei­ben mög­li­cher An­trä­ge, Dienst­auf­sichts­be­schwer­den und Fra­gen auf den Ter­min vor.
  • Dar­über­hin­aus in­for­mie­re ich auch Ver­tre­terIn­nen der Pres­se und der Um­welt­ver­bän­de und bitte sie, an dem Ter­min teil­zu­neh­men.
  • Wenn ich mich un­si­cher fühle oder zeit­lich ver­hin­dert bin, be­voll­mäch­ti­ge ich schrift­lich einen an­de­ren Ein­wen­der oder eine Ein­wen­de­rin, mich am Er­ör­te­rungs­ter­min zu ver­tre­ten. Ge­mein­sam brin­gen wir un­se­re Be­den­ken und un­se­re Ab­leh­nung gegen das Bau­vor­ha­ben klar zum Aus­druck und be­ste­hen dar­auf, dass von allen Aus­sa­gen Pro­to­koll ge­führt wird.
  • Um wei­te­re Men­schen vor Ort zu in­for­mie­ren und den Pro­test zu stär­ken, kann ich vor an dem Ein­wen­dungs­ter­min eine De­mons­tra­tio­nen oder einen Info­stand vor dem je­wei­li­gen Ge­bäu­de oder an einem an­de­ren pas­sen­den Ort in der Stadt in­iti­ie­ren. Weitere Aktionsideen hier.

Wenn der Bau­an­trag trotz all der Be­mü­hun­gen ge­neh­migt wurde,

  • bleibt noch die Kla­ge­mög­lich­keit. Wich­tig dabei ist, dass die Wi­der­spruchs­frist von 4 Wo­chen nach Ver­öf­fent­li­chung des Ge­neh­mi­gungs­be­scheids ein­ge­hal­ten wird. Daher ist es sinn­voll, schon vor Ab­schluss des Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­rens mit den kla­ge­be­rech­tig­ten Per­so­nen bzw. Verbänden zu spre­chen und deren Kla­ge­be­reit­schaft zu klä­ren.
  • Au­ßer­dem ist es sinn­voll, schon früh­zei­tig mit mög­li­chen Fach­an­wäl­te für Ver­wal­tungs­recht in Kon­takt zu tre­ten (bei­spiels­wei­se unter www.umwelt­an­wäl­te.de) und sich über Fi­nan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten der Klage Ge­dan­ken zu ma­chen.
  • Für die Ver­hand­lung selbst habe ich wie­der die Mög­lich­keit wie beim Er­ör­te­rungs­ter­min mög­lichst viele Men­schen und die Pres­se zu mo­bi­li­sie­ren, um eine kri­ti­sche Öf­fent­lich­keit wäh­rend der Ver­hand­lung zu haben.

Noch ein paar Worte zum Schluss:

Es ist un­glaub­lich wert­voll be­reits, zum Zeit­punkt der Bau­an­fra­ge (Phase vor der Bau­an­trags­stel­lung) von solch einem Vor­ha­ben zu er­fah­ren. Der In­ves­tor hat zu die­sem Zeit­punkt näm­lich noch kein Geld in­ves­tiert.
Viele An­la­gen wur­den be­reits da­durch ver­hin­dert, dass man mit den Pla­nen­den spricht und die vor­han­de­nen Be­den­ken äu­ßert, bevor sie sich end­gül­tig fest­ge­legt hat­ten und be­reits viel Geld für Gut­ach­ten und Er­stel­lung des Bau­an­trags aus­ge­ge­ben haben.
Es gibt dazu die Mög­lich­keit den Bau­herrn zu sei­nem Pro­jekt (För­de­rung, Fil­ter, Gül­le- und Ko­t­aus­brin­gung, Bio­gas­plä­ne, wei­te­re Stall­pla­nun­gen) oder auch sei­nem Be­trieb (wirt­schaft­li­che Flä­chen, vor­han­de­ne Stäl­le usw.) zu be­fra­gen und Al­ter­na­ti­ven auf­zu­wei­sen.
Auch seine Mo­ti­ve und Be­grün­dun­gen für den ge­plan­ten Bau, Teil­ha­ber, Geld­ge­ber und Zu­lie­fe­rer kön­nen für wei­te­re Ge­sprä­che oder das Vor­ge­hen gegen die ge­plan­te Tier­fa­brik hilf­reich sein..

Klei­ner Hin­weis: Wenn In­ves­to­ren am Te­le­fon mit einem Stu­den­ten spre­chen, der diese In­for­ma­ti­on für eine Stu­die braucht, sind sie meis­tens kon­takt­freu­di­ger… aus die­ser Liste gehen wich­ti­ge und nütz­li­che Fra­gen her­vor.

Oft er­fährt man von den Bau­vor­ha­ben je­doch erst, wenn es sich schon im Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­fin­det. Lasst euch davon nicht ent­mu­ti­gen.
Egal zu wel­chem Zeit­punkt Men­schen an­fan­gen, Wi­der­stand zu in­iti­ie­ren, ge­mein­sam für eine Sache ein­zu­ste­hen, zö­gert man sol­che Bau­vor­ha­ben hin­aus oder regt wei­te­re Men­schen zum Nach- bzw. Um­den­ken an.
Es ist gut im Wi­der­stand gegen Aus­beu­tung nicht al­lein zu ste­hen, son­dern wei­ter Men­schen zu fin­den, mit denen man ge­mein­sam und mo­ti­viert Ideen in die Tat um­set­zen kann.
Das ist ein Grund warum sich das Ak­ti­ons­bünd­nis Tierfabriken-Widerstand ge­grün­det hat und sich je­der­zeit freut, wenn du Kon­takt mit ihnen auf­nimmst, um ge­mein­sam gegen Tier­fa­bri­ken vor­zu­ge­hen.
Pro­fi­tie­re auch von den Er­fah­run­gen be­ste­hen­der Bünd­nis­se und Grup­pen wie der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) oder dem Bund für Umwelt und Na­tur­schutz (BUND) und hol dir bei ihnen Un­ter­stüt­zung und nö­ti­ge In­for­ma­tio­nen!

Hier findet ihr auch die Tipps zum Vorgehen gegen Tieranlagen von AbL und BUND.

Seite zuletzt geändert am 17. Dezember 2016